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Propst Albrecht zum Reformationstag

Ökumene nach beiden Seiten

(c) ekhnPropst Oliver AlbrechtPropst Oliver Albrecht

Zum kommenden Reformationstag, ein Jahr nach den großen Feierlichkeiten des 500. Jubiläums, hat der Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, die Christen aufgefordert, den immer noch vorhandenen positiven Schwung aus den Reformationsfeiern aufzunehmen und die Ökumene weiter voran zu treiben.

Jüngst war Propst Oliver Albrecht mit einer Delegation Gast beim Priesterrat des Bistums Limburg. Anlass war der Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt/M. Der Propst für Rhein-Main ist Mitglied der Steuerungsgruppe für den Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt. Neben ihm sitzen unter anderem auch Vertreter des Bistums, wie Weihbischof Dr. Thomas Löhr und die Vorsitzende der Diözesanversammlung Inge Schillai. Albrecht ist zudem im Hauptausschuss Ökumene des Bistums Limburg. Die Ökumene ist eines seiner Herzensanliegen. Er meine damit aber nicht nur den Blick zur Katholischen Schwesterkirche, sondern möchte auf der anderen Seite auch mehr von den Geschwistern der Freikirchen lernen.

So kündigte Oliver Albrecht, der auch Mitglied der Kirchenleitung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist, an, sich in nächster Zeit stärker unter der Überschrift „Ökumene nach beiden Seiten“ positionieren zu wollen. Auslöser sei unter anderem ein Theologischer Studientag zu Luthers großem Katechismus gewesen, den der Propst für das Bistum Limburg im Kloster Gnadenthal organisiert hatte.

Hier sei man mit führenden Mitgliedern des Bistums übereingekommen, dass beide Seiten den Gedanken Luthers „zu 95 Prozent zustimmen können.“

Auf der einen Seite sieht der Propst, der selbst an einer katholischen Klosterschule sein Abitur absolviert hat, die „klassische Ökumene“ mit der Katholischen Kirche. Das Reformationsjahr 2017 habe laut Aussagen vieler leitender Katholiken „die Ökumene dauerhaft auf ein neues Niveau gehoben.“ Der Beitrag der EKHN zum Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt/M. solle ein weiteres starkes ökumenisches Signal werden, betonte der Propst am Rande der Sitzung des Priesterrates.

Auf der anderen Seite lotete Albrecht bei einer Konferenz der Evangelischen Allianz das unterschiedliche Verständnis von Mission und Jüngstem Gericht aus. Zu den evangelikalen Vertretern sagte er: „Um der Opfer Willen muss es eine Letzte Gerechtigkeit, ein Jüngstes Gericht geben, aber dieses ist bei Jesus Christus in guten Händen.“ Deshalb dürfe der Gedanke des Jüngsten Gerichtes nie für die Mission instrumentalisiert werden. Nur aus Angst an Gott zu glauben, könne nie eine tragfähige Beziehung bilden.

Seiner Meinung nach kann man viel von der Katholischen Kirche und den Freikirchen lernen. Er spricht sich gegen eine ängstliche Abgrenzung und für ein „gemeinsames Lernen“ aus.

Beim Blick auf die beiden Kirchen werde die Abendmahlsfrage immer wieder als etwas Trennendes empfunden, so Albrecht. „Ich beobachte bei unseren katholischen Geschwistern eine theologisch eigentlich nicht begründbare Angst vor Gemeinschaft.“ In der Bibel gäbe es aber Hinweise - etwa in dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther - wie mit dieser Angst umzugehen sei: „Geduld, Liebe und Respekt - das müssen wir Evangelischen jetzt eben mittragen, so wie die anderen auch bei uns Vieles aushalten.“

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