Propst für Rhein-Main
Machtgelüste, Allmachtsphantasien und das "Jüngste Gericht"
© Rolf Oeser / fundus.ekhn.de
03.04.2025
cw
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„Diese Woche stand ich während einer Beerdigung an einem sogenannten Kriegerdenkmal aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Es hatte für mich plötzlich wieder eine bedrängende Aktualität. Viele empfinden, dass ein Krieg auch in unserem Land wieder denkbar wird“, so Propst Oliver Albrecht. Ein ungewöhnlicher Bibelspruch stand unter den Namen der Gefallenen: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (2.Kor. 5,10). Vielleicht sei an ein Urteil über die Verantwortlichen gedacht worden, die mit ihren Machtgelüsten und Allmachtsphantasien die auf dem Denkmal namentlich Genannten und Millionen anderer Menschen in den Tod getrieben haben. „Das „Jüngste Gericht“ erschien mir in diesem Moment sehr notwendig…“, so der Propst für Rhein-Main.
Mit Blick auf das kommenden Osterfest sagte er: „Das Besondere an Ostern ist: Hier wird nicht der Gewalt Recht gegeben. Hier triumphiert nicht die Macht. Der Sieg an Ostern ist ein Sieg der Opfer von Macht und Gewalt: Gott weckt den gefolterten und ermordeten Jesus Christus von den Toten auf. So handelt Gott in dieser Welt, hier ist er zu finden, bis heute: auf der Seite der Opfer.“
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