Starkes Signal für wachsende Gemeinschaft im Rheingau

veröffentlicht 24.08.2026 von Christian Weise, Dekanat Rheingau-Taunus

Ein beeindruckenderes Zeichen konnten die drei ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinden Oestrich-Winkel, Geisenheim und Rüdesheim kaum setzen: Beim Fusionsgottesdienst auf der Wiese neben dem Niederwalddenkmal mit „Blick auf Rhein und Reben" feierten die Evangelischen Christen die Gründung der „Evangelischen Kirchengemeinde Mittlerer Rheingau“.

Etwa zweihundert Menschen sind gekommen, um an diesem besonderen Ereignis teilzunehmen. Besucher bringen ihre Klappstühle mit, Familien und Jugendliche sitzen auf Picknickdecken. Der Bläserkreis spielt bekannte Kirchenlieder. Es herrscht eine fröhliche Aufbruchstimmung. Touristen bleiben stehen, lauschen der Musik und den Worten, manche machen Bilder mit ihren Smartphones und einige setzen sich sogar spontan dazu. 

„Es ist viel passiert in den letzten Monaten“, berichtet Pfarrerin Jennifer Bücher. Etwa neue Gottesdienstpläne mit Shuttle-Service, neue Konzepte für die kirchlichen Gebäude sowie ein neues Leitbild für die Kirchengemeinde. Es gibt jetzt ein zentrales Gemeindebüro in Geisenheim, in dem die vier Sekretärinnen jetzt als Team zusammenarbeiten. Und auch die beiden Kindertagestätten „Zachäus“ (Oestrich-Winkel) und „Arche Noah“ (Geisenheim) wachsen enger zusammen. 

„Ich will zusammen mit allen Menschen guten Willens nach Wegen suchen und uns nicht in Sackgassen verlieren“, sagte Dekan Norbert Feick in seiner Predigt. „Gerade werden wir Zeuginnen und Zeugen davon, wie unser Land, unsere Gesellschaft und unsere Demokratie schlecht geredet werden,“ sagte er besorgt. Statt das Wege aufgezeigt würden, über Chancen gewetteifert werde und vielfältige Möglichkeiten diskutiert würden, „werden die Verhältnisse bewusst schlecht gemacht oder Unheil gar herbei beschworen.“ Feick ermutigte die Besucherinnen und Besucher daran zu glauben, „dass Gott aus allem Guten entstehen lassen kann und will.“ Dazu braucht er Menschen, „wie dich und mich“, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. „Lassen Sie uns immer wieder neu Aufbrechen und Überkommendes Aufbrechen!“ Zu diesen Menschen gehören auf jeden Fall die 17 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die im Anschluss einen persönlichen Segen und sehr lang anhaltenden Applaus für ihr Engagement. Von Aufbruch, Begeisterung und Gemeinschaft war dann beim anschließenden Dankes- und Familienfest mit Blick auf den Rhein viel zu spüren.