Segen für die „Gestaltungsgemeinschaft“

veröffentlicht 26.01.2026 von Christian Weise, Dekanat Rheingau-Taunus

In einem lebendigen Gottesdienst sind 43 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher sowie das hauptamtliche Verkündigungsteam der neu gegründeten Hoffnungsgemeinde in der Evangelischen Kirche auf dem Altenberg für ihren Dienst gesegnet worden. Zu Beginn entrollten Konfirmandinnen und Konfirmanden ein Banner, das ihre Assoziationen zur neuen Gemeinde zeigte. „Wir sind eins“ war unter anderem in großen Lettern zu lesen.

Kantor Patrick Leidinger hatte für den Gottesdienst einen Chor aus vier regionalen Chören zusammengestellt. „Musik ist der erste Schritt der Verbindung“, sagte er. Ehrenamtliche und Kirchenvorsteherinnen prägten die Feier mit ihrem Engagement. Pfarrer Matthias Schmidt, Klinikseelsorger im Nachbardekanat, der selbst in Heidenrod-Hilgenroth lebt, sagte in der Predigt: „Wir sind eine Hoffnungsgemeinschaft.“ Er räumte ein, dass es schmerze, „vertraute Räume zu schließen und Gewohntes loszulassen“. Betonte aber: „Wir sind nicht nur eine Hoffnungsgemeinschaft, sondern auch eine Gestaltungsgemeinschaft.“. 

Schmidt hob hervor, dass die Gemeinschaft überall dort aufleuchte, wo Trauer Raum finde, wo ermutigende Worte gesprochen würden und wo Andersglaubende, Andersliebende und Anderslebende spürten, dass sie dazugehören. Die Mitglieder der Hoffnungsgemeinde seien Entdecker, auch jenseits der Kirchenmauern. „Gott wirkt außerhalb unserer Kirchenblase“, sagte er und forderte die Gemeinde auf, sich mit Menschen zu verbünden, die zwar wenig mit Kirche zu tun hätten, sich aber mit Leidenschaft für andere und für die oft geschundene Welt einsetzten. Beim Segen für die Verantwortlichen sagte er, dass diese eine „Ermöglichungsgemeinschaft“ sei, die Räume schaffe, um Gottesdienste zu feiern, dass Jugendliche nicht alleine seien und Einsame ein offenes Ohr fänden. Die Hoffnungsgemeinschaft ermögliche so die Begegnung mit dem Evangelium. 

Bürgermeister Diefenbach sprach stellvertretend für seine Amtskollegen aus Hohenstein, Bad Schwalbach und Schlangenbad. „Ich setze große Hoffnung in die Hoffnungsgemeinde“, sagte er. Die Gesellschaft brauche die Kirche, um mit Mut und Zuversicht christliche Werte zu leben. „Scheuen Sie sich nicht, zu sagen, dass Sie Christen sind“, rief er den Anwesenden beim anschließenden Empfang zu. Benedikt Berger und Kristof Windolf von der Katholischen Kirche dankten der Hoffnungsgemeinde für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus ist ein Segen“, sagte Berger. Die katholische Kirche habe den Prozess der großen Pfarreien bereits 2019 umgesetzt. Zwar sei nicht alles gelungen, doch „wir können uns gegenseitig unterstützen“, bot er an. 

Hintergrund Hoffnungsgemeinde im Untertaunus

Die Evangelische Hoffnungsgemeinde im Untertaunus ist aus ehemals 14 eigenständigen Kirchengemeinden entstanden, die von Bärstadt über Schlangenbad, Bad Schwalbach, Teilen von Hohenstein bis nach Heidenrod reichten. Der neue Kirchenvorstand zählt 43 Mitglieder, darunter vier hauptamtliche Pfarrerinnen und Pfarrer. Den Vorsitz hat Pfarrerin Nikola Züls, ihre Stellvertreterin ist Eva Heine. 

Zum hauptamtlichen Verkündigungsteam gehören neben Züls Kantor Patrick Leidinger, Klinikseelsorger und Gemeindepädagoge Horst Ketzer sowie die Pfarrerinnen Ines Flemmig, Jessica Hamm, Anette Kassing und Ann-Sophie Huppers. Ergänzt wird das Team durch die Pfarrer Klaus Simon und Eberhard Geisler. Das zentrale Gemeindebüro befindet sich vorläufig in Bad Schwalbach und ist Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr geöffnet, am Donnerstag zusätzlich von 15 Uhr bis 18 Uhr. 

Die Hoffnungsgemeinde umfasst 47 Ortsteile, die in Seelsorgebezirke aufgeteilt sind. Für jeden Bezirk ist eine Pfarrerin oder ein Pfarrer zuständig. Auf einer Fläche von etwa 200 Quadratkilometern leben rund 7700 Gemeindeglieder. Alle Informationen findet man auf der Homepage: https://hoffnungsgemeinde-untertaunus.ekhn.de/