MUTig als Gesamtgemeinde in die Zukunft

veröffentlicht 20.01.2026 von Großer Gründungsgottesdienst in Kettenbach / Verkündungsteam zuständig für 24 Ortschaften, Dekanat Rheingau-Taunus

Großer Gründungsgottesdienst in Kettenbach / Verkündungsteam zuständig für 24 Ortschaften

Die evangelische Kirche in Kettenbach ist voll besetzt. Im Altarraum sind obendrein viel mehr Menschen zu sehen, als sonst gewohnt. Das hat einen wichtigen Grund: Gemeinsam feiern alle einen Festgottesdienst zur Gründung der Gesamtkirchengemeinde Mittlerer Untertaunus (MUT) bei dem die stellvertretende EKHN-Präsidentin Ulrike Scherf das Verkündungsteam in sein Amt einführt und die Mitglieder des Gesamtkirchenvorstands vorstellt. Es sind also viele Menschen, die an den Altar treten, um Neues zu beginnen.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer Petra Dobrzinski, Tim Fink, Manuela König, Agnes Schmidt-Köber und Jürgen Schweitzer bilden das Verkündungsteam. „Ja, mit Gottes Hilfe“, lauten die Wort, mit denen sie sich zu ihrem Dienst bekennen. Eine gemeindepädagogische Stelle soll außerdem bald besetzt werden. Der Gesamtkirchenvorstand hat 14 Mitglieder mit Petra Szameit aus Michelbach als Vorsitzender an seiner Spitze. Alle Seelsorger und einige Kirchenvorsteher wirken mit an der Liturgie, so zeigt sich Gemeinsamkeit.

Ansonsten ist das Werden der Gemeinde ein Prozess, erläutert Ulrike Scherf. „Manches ist noch im Fluss. Neues entsteht. Vertrautes bleibt zurück“, ist ihr bewusst. Aber da die Abkürzung für die Gemeinde eben MUT ist, dominiert Zuversicht. „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter, aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte, aber es ist ein Gott“, zitiert sie den Korinther-Brief. Gleich zwei Mal singt die Gemeinde „Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn“.

Die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ passt ebenfalls hervorragend zum Aufbruch, der sich nach dem Gottesdienst beim Austausch bei einem Empfang im Bürgerhaus in Kettenbach fortsetzt. Es sollen 13 Kirchengemeinden in einer neuen zusammenfinden. „Und dieser Raum ist nicht nur geografisch weit. Er ist reich an unterschiedlichen Erfahrungen mit Kirche und Glauben“, sagt Scherf in ihrer Predigt. Dass Veränderungen schmerzen können, verschweigt sie dabei nicht ihren Zuhörern.

Im Gottesdienst singt der Männerchor Kettenbach-Holzhausen auf der Empore. Es wechseln sich gleich vier Organisten ab, so spannen Michael Wöll, Lukas Möhn, Torsten Gerhard und Klaus Schlosser einen musikalischen Bogen über die Gemeinde. Selbst die Kollekte zeugt von neuem Gemeinsinn. Sie ist für alle MUT-Konfirmanden bestimmt, die zusammen im Februar für vier Tage nach Oberursel fahren. Damit werden die Grenzen der Gesamtkirchengemeinde überschritten, dennoch sind diese weitläufig.

Die neue Gemeinde umfasst 24 Ortschaften in einem Gebiet von 124 Quadratkilometern Größe zwischen Rückershausen im Nordwesten und Eschenhahn im Südosten. Kommunalpolitisch betrachtet sind gleich fünf Gemeinden und Städte berührt, nämlich Aarbergen, Hohenstein, Hünstetten, Idstein und Taunusstein. Es steht also Pionierarbeit an für rund 6500 Gemeindemitglieder rund um 19 Kirchen, sieben Gemeindehäuser, sechs Pfarrhäuser und den evangelischen Kindergarten in Eschenhahn.